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Am Nord-Ostsee-Kanal

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Klimaanpassung

Rendsburg: Stark fürs Klima. Bereit für morgen.

Klimaanpassung

Mit offenen Augen durch die Klimawandelfolgen: Rendsburg lädt zum Mitdenken ein

Am 09.09.2025 stieß der Klimafolgenspaziergang der Stadt Rendsburg in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) auf große Resonanz. An sechs Stationen im Stadtgebiet wurde über die Herausforderungen und Chancen der Klimaanpassung informiert und diskutiert – also über Maßnahmen, die helfen, den Folgen des Klimawandels wirksam zu begegnen.

Im Mittelpunkt standen zentrale Themen wie Flächenversiegelung und Entsiegelung, die Bedeutung von städtischem Grün sowie konkrete Maßnahmen gegen Extremwetterereignisse wie die Regenrückhaltemulde bei der alten Eiderkaserne.

Doch nicht nur Beispiele aus der Stadt wurden aufgegriffen – auch die Perspektiven von Verbraucher:innen wurden betrachtet. Beate Oedekoven von der VZSH zeigte die Vorteile von Fassaden- und Dachbegrünungen auf und räumte mit gängigen Vorurteilen auf. So bieten begrünte Gebäude nicht nur Schutz vor Witterung, sondern verbessern auch die Wärmedämmung nachhaltig.

Nastassja Henkel, Klimaanpassungsmanagerin der Stadt Rendsburg, betonte: „In Rendsburg passiert einiges – was teils kaum bekannt ist. Bei der Neu- und Umgestaltung von Schulen werden beispielsweise Klimaaspekte mitgedacht: Zwei Schulen erhalten bald sogenannte Retentionsdächer.“ Dabei handelt es sich um begrünte Dächer, die Regenwasser aufnehmen, speichern und es zeitverzögert an die Kanalisation abgeben – ein wichtiges Element für eine wassersensible Stadtplanung.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der bundesweiten „Woche der Klimaanpassung“ statt, die jedes Jahr im September durchgeführt wird. Ziel dieser Aktionswoche ist es, die Sichtbarkeit des Themas unter Bürgerinnen und Bürgern zu erhöhen. Eine der diesjährigen Botschafter:innen, Prof. Dr. Claudia Kemfert, macht deutlich, wie bedeutend Klimaanpassung für soziale Gerechtigkeit ist: Ohne gezielte Maßnahmen würden sich soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten weiter verschärfen.

Für alle, die den Klimaspaziergang verpasst haben oder ihn selbst erleben möchten: Die Route ist untenstehend als Flyer zum Download zum Nachlaufen auf Deutsch und Englisch verfügbar.

Info- und Mitmachabend zur Schwammstadt am 8. Dezember 2025

Am Montag, den 8. Dezember 2025, lädt die Stadt Rendsburg von 16:30 bis 18:30 Uhr zu einem Info- und Mitmachabend in den Ratssaal im Alten Rathaus (Mühlenstraße) ein. Ziel der Veranstaltung ist es, die Bürger:innen über die Möglichkeiten der Klimaanpassung in der Stadtentwicklung zu informieren und gemeinsam Ideen zum Thema Schwammstadt zu erarbeiten.

Der Info- und Mitmachabend bietet den Teilnehmenden nicht nur die Möglichkeit, sich über aktuelle und geplante Klimaanpassungsmaßnahmen in Rendsburg zu informieren, sondern auch aktiv Anregungen zur Stadtgestaltung beizutragen. Stephan Kehren von ACO wird als Experte aus der Umsetzung berichten, wie Regenwasser für die Stadtbegrünung bestmöglich genutzt werden kann. „Schwammstadt ist ein Konzept der Stadtplanung, möglichst viel anfallendes Regenwasser vor Ort zu speichern, anstatt es zu kanalisieren und abzuleiten. Dadurch sollen Überflutungen vermieden, das Stadtklima verbessert und die Gesundheit von Stadtbäumen gefördert werden“, erläutert er.

In der Schwammstadt wird das Regenwasser ähnlich wie von einem Schwamm aufgenommen, gespeichert und bei Bedarf langsam wieder abgegeben. Wie ein Schwamm kann auch die Schwammstadt „Löcher“ aufweisen – nicht die ganze Stadt muss begrünt sein, aber es sollte ein großflächig verteilter, grüner Bereich existieren, der bei Starkregen aktiv wird und bei sommerlicher Hitze lokal für Abkühlung sorgt. Dazu zählen zum Beispiel begrünte Dächer und begrünte Fassaden, die nicht nur das Gebäude dämmen und damit Energie sparen, sondern auch das Mikroklima verbessern und Regenwasser speichern. Entsiegelte Flächen lassen das Regenwasser versickern, verhindern Überschwemmungen und wirken der Entstehung von Hitzeinseln entgegen. Große Stadtbäume spenden wertvollen Schatten, kühlen die Luft, binden CO₂ und tragen zur Förderung der heimischen Artenvielfalt bei. Diese Maßnahmen werden als naturbasierte Lösungen bezeichnet.

Vonseiten der Stadt Rendsburg werden die Fachdienste Stadtentwicklung, Tiefbau und das Klima-Team beim Info- und Mitmachabend vertreten sein. „Klimaanpassung bietet eine große Chance für Rendsburg, die Stadt lebenswerter für alle zu gestalten. Wir möchten den Bürger:innen die Gelegenheit geben, sich an diesem Prozess zu beteiligen und ins Gespräch zu kommen“, erklärt die städtische Klimaanpassungsmanagerin Nastassja Henkel.

Derzeit wird das Klimaanpassungskonzept (KLAK) für Rendsburg von der Klimaanpassungsmanagerin und zwei Fachbüros entwickelt. Das Ziel des Konzepts ist es, die Bürgerinnen und Bürger sowie die Verwaltung auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und konkrete, lokal umsetzbare Maßnahmen zu erarbeiten. Die Bürgermeisterin Frau Sönnichsen ergänzt: „So soll die hohe Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft erhalten bleiben – denn Klimaanpassung bedeutet letztlich auch Gesundheitsschutz und den Schutz der Menschen.“ Ein besonderes Augenmerk liegt auf den vulnerablen Gruppen, die von den Auswirkungen des Klimawandels stärker betroffen sind, darunter ältere Menschen, Kinder, Menschen mit  Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sowie Obdachlose. Auch Migrantinnen und Migranten sowie Frauen sind in manchen Bereichen stärker betroffen.

Im November fand bereits eine interne Auftaktveranstaltung zum Klimaanpassungskonzept statt, bei der die Büros GEO-NET und MUST Städtebau das Vorgehen vorstellten und den Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung die Gelegenheit gaben, ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Ideen einzubringen. Eine öffentliche Veranstaltung für alle Rendsburger Bürgerinnen und Bürger ist für den Frühsommer 2026 geplant. Das vom Bund geförderte Konzept soll bis Dezember 2026 fertiggestellt sein, mit konkreten Maßnahmen zur Umsetzung. Es wird als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für die Klimaanpassung in Rendsburg dienen. Auch beim Schwammstadt-Abend am 8. Dezember wird es eine kurze Vorstellung des Konzepts geben und die Möglichkeit, Fragen zu stellen. 

Die Veranstaltung ist kostenlos und offen für alle Interessierten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Nachtrag: Die Dokumentation mit den Ergebnissen der Veranstaltung sowie die Präsentationen finden Sie oberhalb dieses Textes zum Download.

 

Ob ein schattiger Platz unter der alten Linde oder ein Wasserspiel, um einen kühlen Kopf zu bewahren: Um allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Rendsburg zu helfen, gut durch die heißen Monate zu kommen, arbeitet die städtische Klimaanpassungsmanagerin an der „Coolen Karte: Kühle Orte in und für Rendsburg“.

Diese interaktive Karte wird Orte in der Stadt sammeln, an denen sich die Menschen an heißen Tagen abkühlen können - drinnen und draußen - und Trinkwasser finden können. Die heißen Tage und Hitzewellen im Sommer nehmen als Folge des Klimawandels auch in Schleswig-Holstein zu. Deshalb wird Klimafolgenanpassung zunehmend wichtiger.

Ihre Meinung ist gefragt!

Wir möchten Sie aufrufen, bei der digitalen Bürgerbeteiligung unter www.adhocracy.plus/rendsburg Ihre Lieblingsorte im Sommer zu markieren und mit Kommentaren zu versehen. Wo halten Sie sich gerne auf? Mithilfe Ihrer Vorschläge wird die „Coole Karte“ für alle Bürgerinnen sowie Besucher Rendsburgs realisiert. Sie soll diesen Sommer sowohl digital als auch in gedruckter Form zur Verfügung stehen. Teilen Sie den Aufruf auch gern mit Bekannten.

Rendsburg passt sich an

Neben kühlen Rückzugsorten ist auch die Verfügbarkeit von kostenlosem Trinkwasser wichtig. Hier bietet es sich an, auf www.refill-deutschland.de nach einer Refill-Station in der Nähe zu schauen und die eigene Wasserflasche aufzufüllen – oder aber als gewerbetreibende Person, sich selbst unkompliziert bei Refill zu registrieren und mit einem Sticker zu zeigen, dass einem das Wohl der Mitmenschen am Herzen liegt. Nebenbei reduziert Refill Plastikmüll und trägt zum Umweltschutz bei.

Auch wenn die Sommerhitze hierzulande nicht so extrem wie in anderen Teilen Deutschlands ausfällt, sind Menschen in Norddeutschland weniger an hohe Temperaturen gewöhnt und machen Anpassungen notwendig. Besonders gesundheitsgefährdet sind die sogenannten „vulnerablen Gruppen“: Ältere Menschen, Kleinkinder und Babys, Schwangere sowie Menschen mit Behinderung. Auch Menschen, die viel im Freien arbeiten oder wohnungslos sind, zählen dazu.


Los geht‘s

Die digitale Beteiligung können Sie bis zum 31. März 2026 hier aufrufen und aktiv mitgestalten: adhocracy.plus/rendsburg/projects/coole-karte-kuhle-orte-in-rendsburg/

Die Stadt Rendsburg ruft alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, aktiv am deutschlandweiten Wettbewerb „Abpflastern“ teilzunehmen. Ziel des Wettbewerbs ist es, versiegelte Flächen in der Stadt zu entsiegeln und so mehr Platz für Grün zu schaffen. Dabei geht es um einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung und zum Naturschutz. „In Städten sind oftmals Flächen durch Pflaster, Asphalt und Beton versiegelt. Dies hat negative Auswirkungen auf unser Klima und den Lebensraum von Pflanzen und Tieren. Der Wettbewerb „Abpflastern“ bietet uns allen die Chance, unsere Stadt grüner und lebenswerter zu gestalten“, so Bürgermeisterin Janet Sönnichsen.

So funktioniert der Wettbewerb:

Der Wettbewerb startet am 21. März 2026 und endet am 31. Oktober 2026. Rendsburger Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, gemeinsam mit Nachbarn, Vereinen, oder auch als Schule oder Unternehmen Flächen zu entsiegeln. Jeder Quadratmeter, der wieder grün wird, trägt dazu bei, das Stadtklima zu verbessern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen Vorher-Nachher-Fotos ihrer Projekte und laden diese online hoch, um für die Wertung berücksichtigt zu werden. Besonders kreative oder großflächige Projekte werden jeden Monat ausgezeichnet.

Die Stadt Rendsburg unterstützt die Teilnahme aktiv und stellt für alle Fragen rund um den Wettbewerb zur Verfügung. „Es geht uns nicht um den Wettbewerbssieg, sondern vor allem um das gemeinsame Ziel, unsere Stadt nachhaltiger zu machen“, betont die städtische Klimaanpassungsmanagerin Nastassja Henkel. „Abpflastern“ fördert zudem das Bewusstsein für klimabewusstes Handeln und stärkt die Gemeinschaft.

Über Abpflastern 2026

Interessierte können sich auf den offiziellen Seiten des Wettbewerbs informieren und anmelden:
www.abpflastern.de
Es gibt auch einen Wettbewerb, der sich speziell an Schulen und Jugendliche richtet:
www.jugend-pflastert-ab.de

Klimaanpassung in Rendsburg: Auftaktveranstaltung und digitale Umfrage gestartet

Am Dienstag, den 21. April 2026, fand von 17 bis 19 Uhr die öffentliche Auftaktveranstaltung zum Klimaanpassungskonzept der Stadt Rendsburg statt. Zu Beginn erläuterten die städtische Klimaanpassungsmanagerin sowie die beiden beauftragten Fachbüros GEO-NET und MUST die Hintergründe und Ziele des Konzepts und berichteten über den aktuellen Stand der bisherigen Arbeiten.

Die rund 30 Teilnehmenden brachten sich in eine angeregte, konstruktive Diskussion ein. Im Anschluss hatten sie die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen und Wünsche auf Postern festzuhalten - je konkreter, desto besser. Der Austausch zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und dem Projektteam war sehr aufschlussreich. Die eingereichten Vorschläge werden nun von den Fachbüros und der Verwaltung auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.

Im Rahmen der Konzepterstellung lädt die Stadt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich dazu ein, an einer digitalen Umfrage teilzunehmen. Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit Sie bereits die Auswirkungen des Klimawandels spüren. Gleichzeitig möchten wir erfahren, wie Sie in den Prozess der Klimaanpassung eingebunden werden möchten.
Die Umfrage dauert nur wenige Minuten und ist anonym: www.adhocracy.plus/rendsburg

Die Erstellung des Klimaanpassungskonzepts erfolgt in einem breiten Beteiligungsprozess. In der Vergangenheit fanden bereits Workshops mit der Stadtverwaltung und Fachrunden mit Expertinnen und Experten aus Rendsburg zu Themenfeldern wie Stadtraum und städtische Infrastrukturen, Natur und Umwelt, menschliche Gesundheit und Tourismus statt. Zudem wurden umfangreiche Datenanalysen durchgeführt. Auf dieser Grundlage konnten bereits die wichtigsten Klimarisiken für die Zukunft identifiziert und priorisiert werden, die nun in das Konzept einfließen.

 

Rendsburg passt sich an: Einladung zur Informationsveranstaltung zum Klimaanpassungskonzept

Am Dienstag, dem 21. April 2026, von 17:00 bis 19:00 Uhr lädt die Stadt Rendsburg herzlich zur ersten Informationsveranstaltung zur Erstellung des Klimaanpassungskonzepts in das Hohe Arsenal ein. Aktuell wird gemeinsam mit zwei Fachbüros ein Konzept für die Anpassung an Klimafolgen erarbeitet, das noch in diesem Jahr fertiggestellt und anschließend schrittweise umgesetzt werden soll. Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, Wünsche zu Maßnahmen einzubringen.

In der Veranstaltung werden der bisherige Prozess vorgestellt, Hintergründe erläutert und konkrete Maßnahmen diskutiert. Alle Teilnehmenden haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen und eigene Ideen zu äußern: Viele gute Ideen kommen aus dem Alltag der Menschen, die in Rendsburg leben und arbeiten.

Der Klimawandel ist wird auch in Rendsburg spürbarer: steigende Temperaturen, häufigere Hitzetage und feuchtere Winter stellen die Stadt vor neue Herausforderungen. Um darauf vorbereitet zu sein, arbeitet das städtische Klima-Team an den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung. Während Klimaschutz den Ausstoß von CO₂ und anderen Treibhausgasen reduziert, geht es bei der Klimaanpassung darum, die Stadt widerstandsfähig gegenüber den bereits eintretenden Veränderungen zu machen.

Im Fokus stehen dabei sogenannte „grün-blaue Maßnahmen“; diese beschreiben Lösungen, die aus der Natur kommen. Beispiele hierfür sind begrünte Dächer und Hausfassaden, Wasserspeicher bei Starkregen oder entsiegelte Flächen, auf denen Regenwasser versickern kann.

Details:
Dienstag, 21. April 2026
17:00 bis 19:00 Uhr
Kleiner Saal im Hohen Arsenal, Arsenalstraße 2
Kostenfrei


Dieses Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

 

Anpassung an die Klimakrise

Hitzesommer, Starkregen, Dürre im April: Die Folgen des Klimawandels sind schon längst auch in Rendsburg angekommen. Klimaanpassung passt unsere gebaute und natürliche Umwelt an die bereits vorhandenen Folgen der Klimakrise an. Zudem sollen Risiken in der Zukunft vermindert werden. Somit wirkt Klimaanpassung insbesondere lokal als Vorsorge gegen Extremwetterereignisse wie Hitze und Starkregen.

Klimaschutz hingegen reduziert den Ausstoß von Treibhausgasemissionen, um den menschengemachten Klimawandel, also die globale Erderwärmung, zu reduzieren. Da die Folgen der Erderwärmung nicht mehr aufzuhalten sind, reicht Klimaschutz alleine nicht mehr und es braucht Klimaschutz und Klimaanpassung.

2024 war auch in Schleswig-Holstein das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen (1881; Stand: 2025). Jedes Jahr werden neue Temperaturrekorde gebrochen, wobei Europa sich weltweit am schnellsten erwärmt. Seit der vorindustriellen Zeit hat sich beispielsweise die Häufigkeit von Hitzewellen in Europa schon verdoppelt. Die Relevanz von Klimafolgenanpassung wird also schnell stark zunehmen. 

Stark fürs Klima. Bereit für morgen.

Bei der Stadt Rendsburg gehen Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand: Seit dem 01. April 2025 ist mit Nastassja Henkel eine Klimaanpassungsmanagerin tätig, die auch Synergien zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung herstellt. Über die kommenden zwei Jahre wird ein Klimaanpassungskonzept für die Stadt Rendsburg in Zusammenarbeit mit den Planungsbüros GEO-NET Umweltconsulting aus Hannover und MUST Städtebau aus Köln erstellt. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant.

Das Konzept soll Rendsburgs Bürger:innen und Verwaltung auf die Folgen der Klimakrise vorbereiten und konkrete Maßnahmen zur lokalen Umsetzung bereitstellen. So soll die gute Lebensqualität für alle sichergestellt sein - denn Klimaanpassung ist letztlich Gesundheits- und Menschenschutz. Ein Fokus wird hier auf die vulnerablen Gruppen gelegt, die besonders betroffen sind. Dazu zählen ältere Menschen, Kleinkinder, Behinderte und chronisch Kranke sowie Obdachlose. Auch Migrant:innen und Frauen sind stärker von einigen Auswirkungen betroffen.

Parallel arbeitet die Klimaanpassungsmanagerin der Stadt an der Umsetzung von Maßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit.

Vorbild: Konzept der Schwammstadt

Naturbasierte Lösungen (Nature-based solutions, NbS) sollen künftig mindestens ein Drittel der Maßnahmen zur Klimaanpassung in Rendsburg ausmachen. Der große Vorteil: Sie schützen nicht nur vor den Folgen des Klimawandels, sondern leisten gleichzeitig einen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz, fördern die Artenvielfalt und erhalten wichtige Ökosysteme.

Das Bundesministerium für Umwelt, Klima und Naturschutz (BMUKN) definiert Naturbasierte Lösungen als “Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung, zur Wiederherstellung, zur nachhaltigen Nutzung und zur Bewirtschaftung natürlicher oder veränderter Land-, Süßwasser-, Küsten- und Meeresökosysteme”. Einfach gesagt: Es sind Lösungen, die sich an der Natur orientieren – und der Natur helfen.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Konzept der Schwammstadt. Dabei wird Regenwasser nicht einfach abgeleitet, sondern wie von einem Schwamm aufgenommen, gespeichert und bei Bedarf wieder abgegeben. So wird die Stadt widerstandsfähiger gegen Hitze und Starkregen.

Wie das in der Praxis aussieht:

  • Begrünte Dächer speichern Regenwasser und bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
  • Begrünte Fassaden kühlen Gebäude, verbessern das Mikroklima und helfen beim Energiesparen.
  • Entsiegelte Flächen lassen Regenwasser versickern und verhindern Überschwemmungen sowie Hitzeinseln.
  • Stadtbäume spenden Schatten, kühlen die Luft, binden CO₂ und fördern die Biodiversität.
  • Wiedervernässte Moore speichern große Mengen CO₂, regulieren den Wasserhaushalt und bieten wichtige Lebensräume für seltene Arten.

Diese Beispiele zeigen: Naturbasierte Lösungen wirken auf vielen Ebenen gleichzeitig. Sie sind vielseitig, nachhaltig und schaffen viele Vorteile für Mensch und Umwelt.


Solar- und Gründachkataster Rendsburg

Sie überlegen, ein Gründach oder eine PV-Anlage auf Ihrem Gebäude zu installieren? Im Solardachkataster der Klimaschutzagentur Rendsburg-Eckernförde können Sie ganz unkompliziert herausfinden, ob Ihr Dach Potenzial dafür hat.

Gründächer sehen nicht nur schön aus - sie sind ein wichtiger Baustein in der Klimaanpassung. Insbesondere in verdichteten Gebieten ist Dachbegrünung wichtig, da sie unter anderem das lokale Stadtklima verbessert, Regenwasser speichert, die Biodiversität fördert und Lärm reduziert. Zudem wird das Gebäude durch Dachbegrünung gedämmt, was z.B. in zunehmenden Hitzewellen von großer Bedeutung ist und Kosten einspart (vgl. Mihalakakou et al., 2023).

Die Zusammenarbeit von der Stadt und Bürgerinnen und Bürgern ist elementar - denn nur gemeinsam können wir die Stadt an die Folgen der Klimakrise anpassen. Seien Sie ein Teil davon!

Bei der Dachbegrünung unterscheidet man zwischen intensiv und extensiv. Eine intensive Begrünung kann wie ein Garten auf Dächern aussehen: mit Bäumen, Rasen und mehr! Eine extensive Begrünung ist die häufig gewählte Variante. Hier werden niedrig wachsende Pflanzen verwendet, wodurch ein deutlich geringerer Pflegeaufwand entsteht. Extensive Dachbegrünung kann auch im Nachhinein gepflanzt werden.

Für mehr Informationen kontaktieren Sie gerne die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Wissenswertes zur Starkregenvorsorge

Überflutungen durch Starkregen nehmen auch in Schleswig-Holstein zu. Bürgerinnen und Bürger sind hierbei auch zur Eigenverantwortung gehalten. Um Ratschläge mitzugeben, hat das Klimaschutz-Ministerium SH eine Broschüre zum Thema Starkregen erstellt. 

Diese finden Sie untenstehend als Download oder im Rathaus-Foyer zum Mitnehmen.

Weitere Informationen gibt es bei Wasserstark.SH.

Broschüre Starkregen

Das Klimaanpassungsmanagement im Kreis Rendsburg-Eckernförde hat einen Flyer zum Thema Schottergärten erarbeitet (PDF s. unten). Hier finden sich wichtige Infos für Hauseigentümerinnen und -Eigentümer sowie Tipps zur Umgestaltung eines Schottergartens in einen begrünten Vorgarten.

Weitere Informationen zu verwandten Themen finden Sie hier:

Naturnahe GartengestaltungGebäudebegrünungStarkregenvorsorge und Überflutungsschutz

Projektdetails

TitelANK-DAS-A.1: Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und für natürlichen Klimaschutz für die Stadt Rendsburg
Name der FörderrichtlinieMaßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (DAS)
Förderkennzeichen67DAAN0521
Laufzeit01.04.2025-31.03.2027
FörderaufrufFörderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels
FörderschwerpunktA.1 Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und für Natürlichen Klimaschutz
BeschreibungDas Konzept zur nachhaltigen Klimaanpassung und für Natürlichen Klimaschutz dient später als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für zukünftige Anpassungsaktivitäten in der Kommune. Das Konzept zeigt auf, welche Potenziale zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels und für Natürlichen Klimaschutz bestehen und wie diese genutzt werden können. Die Inhalte des Konzepts gehen konkret auf die lokalen Besonderheiten ein und legen dabei einen besonderen Fokus auf naturbasierte Lösungen.

Weitere Informationen finden Sie beim Fördermittelgeber Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und bei der Projekträgerin Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH.

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