Wärmewende
Fragen und Antworten zur Wärmewende
Zum jetzigen Zeitpunkt werden Rendsburgs Häuser zum Großteil mit Öl und Gas beheizt. Damit auch in Zukunft eine verlässliche Versorgung mit Wärme sichergestellt werden kann, ist die sogenannte „Wärmewende“ eine wichtige Zukunftsaufgabe. Sie bedeutet die Umstellung von Heizungsanlagen auf erneuerbare Energien, die energetische Sanierung von Gebäuden und den Bau von Wärmenetzen. Die Stadt Rendsburg stößt diesen Modernisierungsprozess bereits an und begleitet ihn aktiv.
Die „Kommunale Wärme-Kälte-Planung“ (KWP) ist eine wichtige Grundlage für diesen Modernisierungsprozess. Sie wurde im Jahr 2024 erstellt und im November 2025 aktualisiert. Im Folgenden finden Sie wichtige Dokumente und weiterführende Informationen zu diesem Thema.
Kommunale Wärmeplanung
Die kommunale Wärme-Kälte-Planung ist ein Planungsinstrument zur strategischen, langfristigen Ausrichtung der Wärmeversorgung einer Kommune. Ziel ist die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung, um die Klimaschutzziele des Landes Schleswig-Holstein zu erreichen.
Für die Stadt wurde ein Konzept entwickelt, das den Weg zur Dekarbonisierung der Wärmebereitstellung aufzeigt. In dem Konzept werden bestehende Potenziale identifiziert und Investitionsentscheidungen koordiniert. Während z. B. mit dem Instrument des energetischen Quartierskonzepts nach KfW 432 (Vgl. energetische-stadtsanierung.info) einzelne, vorab definierte Quartiere kleinräumig auf ihr Wärmewende-Potenzial und weitere Möglichkeiten wie Mobilität, energetische Sanierung oder grün-blaue Infrastruktur untersucht werden, analysiert die kommunale Wärmeplanung diese Potentiale auf übergeordneter Ebene für das gesamte Stadtgebiet.
Neben einer Verbesserung der Energieeffizienz geht es auf dieser übergeordneten Ebene vorrangig darum, durch die Analyse von Bebauungsstrukturen, vorhandener Infrastruktur und aktueller Energiebedarfe Strategien zu entwickeln, um potenzielle Flächen und Netzstrukturen zur Wärme- und Kälteerzeugung mit Erneuerbaren Energien zu identifizieren und Wärmepotenziale zu ermitteln. Daraus abgeleitete Wärmeinfrastrukturmaßnahmen sollen daraufhin umgesetzt werden.
Anfang 2024 beauftragte die Stadt Rendsburg die Stadtwerke SH mit der Erstellung der kommunalen Wärme-Kälte-Planung. Die Stadtwerke SH haben hierfür mit den Büros Averdung und ZEBAU zusammengearbeitet. Das Klimaschutzmanagement der Stadt Rendsburg hat die Erstellung koordiniert und begleitet jetzt die Umsetzung. Die KWP ist der Beginn eines Prozesses, der auf allen Ebenen der Verwaltung und Politik verstetigt und konsequent bei allen infrastrukturellen und stadtentwicklungstechnischen Maßnahmen mitgedacht werden muss.
Im Rahmen des Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG) sind 78 Kommunen in Schleswig-Holstein dazu verpflichtet, Wärmepläne zu erarbeiten. Hiervon mussten 35 größere Städte und Gemeinden, darunter auch Rendsburg, bis Ende 2024 die Planung erstellt haben. Durch die Erstellung der Wärme-Kälte-Planung wurde erstmals eine ausführliche Bestandsaufnahme der Wärmeverbräuche und -bedarfe in den Städten durchgeführt. Mit diesem Wissen und den daraus abgeleiteten Maßnahmen bekommen die Städte einen Werkzeugkasten an die Hand, um eine effizientere Nutzung von Energie, eine Reduzierung der CO2-Emissionen und eine verbesserte Energieversorgungssicherheit in der Stadt zu gewährleisten.
Für die Städte und die Bewohnerinnen und Bewohner bietet die KWP sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile, von denen alle langfristig profitieren. Durch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien wie Biomasse, Solarenergie und Geothermie können Städte und Gemeinden in Zukunft ihre CO2-Emissionen reduzieren und somit unabhängiger von fossilen Brennstoffen werden. Dies trägt nicht nur zum Klima- und Umweltschutz bei, sondern führt auch zu stabilen und potenziell günstigeren Preisen für Energie aus der Region.
Welche Wärmeversorgung schlussendlich wo zum Einsatz kommt, wird immer anhand der spezifischen Potenziale des zu versorgenden Quartiers entschieden.
Die kommunale Wärmeplanung geht mit keinen gesetzlichen Verpflichtungen für Bürgerinnen und Bürger einher. Vielmehr bietet sie eine Orientierung über die zukunftsfähige Wärmeversorgung unserer Stadt. Gebäudeigentümerinnen und -eigentümer können ihr Heizsystem weiterhin frei wählen. In Anbetracht des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) muss es bei einem Heizungstausch jedoch zu 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden können.
Auch kann der Anschluss an ein Wärmenetz interessant sein. Schließen Sie sich an ein solches (Nah- oder Fern-)Wärmenetz an, gelten die 65 Prozent EE-Anteil als erfüllt.
Die kommunale Wärmeplanung hat mit den sog. „Wärmenetzprüfgebieten“ potenzielle Eignungsgebiete identifiziert. Leider heißt das aber nicht, dass ein spezieller Netzauf- oder -ausbau sicher stattfinden wird. Die Umsetzung hängt u.a. von der Wirtschaftlichkeit und der Anschlussbereitschaft ab und erfordert ggf. eigene Machbarkeitsstudien. So eine Machbarkeitsstudie ist momentan für das potenzielle Nahwärmenetz in Hoheluft geplant. (Stand Januar 2026)
Weiterführende Informationen für Bürgerinnen und Bürger
Das Gebäudeenergiegesetz soll von der aktuellen Regierung durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz ersetzt werden. Es soll zum 01. November 2026 in Kraft treten, muss zuvor aber noch im Bundestag und Bundesrat beraten werden.
Ziel soll eine höhere Flexibilität für Bürgerinnen und Bürger sein. Die geplanten Änderungen führen bei den Betroffenen jedoch bereits zu Verunsicherungen und verhindern eine verlässliche Planbarkeit. Auch aus Klimaschutzgründen und zu erwartenden hohen zukünftigen Kosten steht das neue Gesetz in der Kritik.
- Die Tagesschau hat übersichtlich und kurz aufbereitet, wie die Eckpunkte des Gesetzes aussehen
- Im “GEG-Infoportal” können Sie sich im Detail und stetig aktualisiert über die Inhalte und den weiteren Prozess informieren
- Das deutsche Energieberater-Netzwerk e.V. meint: “Zukunftsfähige Politik sieht anders aus”
- Jeden ersten und dritten Montag im Monat können Sie von 15:00 bis 18:00 die kostenlose Energieberatung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein in Anspruch nehmen (nach Terminvereinbarung). Sie findet in der Stadtbücherei im Kulturzentrum (Arsenalstraße 2-10) statt.
- Interaktiver Heizungswegweiser auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE)
- Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein prüft kostenlos Wärmepumpen-Angebote, die Sie erhalten haben.
- Individueller Sanierungsfahrplan: Dieser Plan gibt Ihnen einen guten Überblick über mögliche Maßnahmen Ihrer Immobilie. Die Erstellung des Fahrplans wird von einem/einer Energieberater/-in durchgeführt und von der BAFA gefördert. Werden Maßnahmen aus dem Fahrplan umgesetzt, erhöht das die die Förderquote des Projektes.
- Der Dämmatlas bietet einen herstellerunabhängigen, detaillierten Überblick auf die unterschiedlichen Möglichkeiten, Gebäude energetisch zu optimieren - abgestimmt auf Ihre Immobilie und mit Verweis zu passenden Fördermitteln.
Infos zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) auf der Seite des BMWE. Über die BEG können sowohl die Heizungsumstellung als auch die energetische Sanierung gefördert werden.
Rückblick: "Wie wird meine Wärmeversorgung fit für die Zukunft?" vom 15.01.2026
Zum jetzigen Zeitpunkt werden Rendsburgs Häuser zum Großteil mit Öl und Gas beheizt. Damit auch in Zukunft eine verlässliche Versorgung mit Wärme sichergestellt werden kann, ist die sogenannte „Wärmewende“ eine wichtige Zukunftsaufgabe. Sie bedeutet die Umstellung von Heizungsanlagen auf erneuerbare Energien, die energetische Sanierung von Gebäuden und den Bau von Wärmenetzen.
Die Stadt Rendsburg stößt diesen Modernisierungsprozess bereits an und begleitet ihn aktiv. Insbesondere die Klimaschutzmanagerin Nina Vogler widmet sich dieser Aufgabe.
So fand am 15. Januar 2026 unter dem Titel „Wie wird meine Wärmeversorgung fit für die Zukunft?“ ein Infoabend im Hohen Arsenal statt. Gut sechzig Leute waren gekommen. Nach einem Grußwort der Bürgermeisterin Janet Sönnichsen berichtete zunächst Askan Grimmelsmann von den Stadtwerken SH, welche Wärmenetze in Rendsburg zukünftig entstehen können. In Neuwerk-West und Hoheluft sind die Vorüberlegungen bereits im vollen Gange. In vielen Stadtteilen wird es jedoch auf eine sogenannte „dezentrale Versorgung“, also etwa individuelle Wärmepumpen, hinauslaufen, da dort der Wärmebedarf nicht groß genug für rentable Wärmenetze ist. Die Präsentation finden sie hier.
Danach stellte Reinhard Schnell von der IB.SH Fördermöglichkeiten für energetische Sanierungen und nachhaltige Heizsysteme vor. Mehrere Programme, etwa über KfW und BAFA, fördern derartige Investitionen und können diese so deutlich erschwinglicher machen. Diese Präsentation finden Sie hier.
Wenn künftig mehr Wärmepumpen für die nachhaltige Beheizung genutzt werden, wird auch mehr – bestenfalls erneuerbar erzeugter – Strom benötigt. Daher folgte zum Abschluss ein Vortrag von Thomas Leidreiter zum Thema „Mieterstrom“. Mieterstrom ist lokal erzeugter Strom (meist durch Photovoltaik), der direkt vom Dach eines Mehrparteiengebäudes in die anliegenden Wohnungen geliefert wird. So können auch Menschen ohne eigenes Hausdach von grüner, günstiger Energie profitieren.
Nach den Vorträgen nahmen noch etwa 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Angebot eines offenen Austauschs wahr. Im Foyer standen die Referenten für individuelle Fragen zur Verfügung, was rege in Anspruch genommen wurde. Außerdem waren einige thematisch passende lokale Betriebe vor Ort, sodass die Bürgerinnen und Bürger ihre individuellen Fragen stellen konnten.
Der Infoabend war eine insgesamt gelungene Veranstaltung, die einen Beitrag zur weiteren Umsetzung der Wärmewende in Rendsburg geleistet hat.
Kontakt
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Tel.: 04331 66345-66
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