„Rendsburg hat über mehr als zehn Jahre Verantwortung übernommen – und das in einer Größenordnung, die weit über das hinausging, was viele andere Kommunen leisten mussten. Darauf können wir stolz sein. Gleichzeitig war immer klar: Diese Verantwortung darf keine Dauerbelastung für eine einzelne Stadt werden.
In den vergangenen Jahren hat die Stadt Rendsburg immer wieder deutlich gemacht, welche Auswirkungen der Betrieb der Landesunterkunft hatte – für die Verwaltung, für die Infrastruktur und für das gesellschaftliche Miteinander. Diese Botschaft haben wir konsequent und sachlich vertreten. Wir haben den Dialog mit dem Land nie gesucht, um Verantwortung abzugeben, sondern um Verantwortung gerechter zu verteilen.
In den vergangenen Monaten standen wir in einem intensiven und vertrauensvollen Austausch mit Innenministerin und Sozialstaatssekretärin. Dabei ist spürbar geworden, dass das Verständnis für die besondere Situation Rendsburgs gewachsen ist. Die Schließung der Landesunterkunft in Rendsburg fällt nicht vom Himmel. Sie ist das Ergebnis beharrlicher Gespräche und einer klaren Interessenvertretung für unsere Stadt. Eine funktionierende Flüchtlingsaufnahme braucht Mitmenschlichkeit – aber genauso Fairness gegenüber den Kommunen, die diese Aufgabe tragen.
Das Zugangsgeschehen unterliegt starken Schwankungen. Deshalb ist es richtig, dass das Land künftig flexibler plant. Dass Rendsburg im neuen Konzept als Reservestandort vorgesehen ist, ist für uns nur unter einer entscheidenden Voraussetzung tragfähig: Die Vereinbarung mit dem Land, dass unsere Stadt auch künftig keine regulären Zuweisungen erhält, gilt unverändert. Wir werden sehr genau darauf achten, dass wir keine neuen Dauerbelastungen tragen müssen.
Die Entscheidung zur Schließung der Landesunterkunft ist ein wichtiger Schritt für Rendsburg. Sie zeigt zudem, dass konstruktiver Dialog und eine klare kommunale Interessenvertretung Wirkung entfalten können. Rendsburg hat seinen Beitrag geleistet – über viele Jahre, verlässlich und solidarisch. Jetzt ist es richtig, Verantwortung neu zu verteilen. Wir bleiben ein verlässlicher Partner des Landes, aber ebenso eine starke Stimme für die Interessen unserer Stadt.“