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Kurzbiographien der Opfer nationalsozialistischer Gewalt
Alle 35 in Rendsburg verlegten Stolpersteine

Rosenstr.5

Kurt Magnus

Kurt Magnus wurde am 15. Februar 1910 als Sohn von Frieda und Julius Magnus in der Rosenstraße 5 geboren. Nach Lehre und Berufstätigkeit in Hamburg  kam er 1931 nach Rendsburg zurück, um als Teilhaber in das Damenkonfektionsgeschäft seiner Eltern einzutreten. 1936 sah er sich durch Druck der Rendsburger NSDAP gezwungen, die Teilhaberschaft aufzugeben. Noch im Oktober 1936 verließ er Rendsburg und emigrierte auf allerlei Umwegen nach Chicago. Er heiratete und fand eine Stelle in der Textilbranche. 1941 wurde er zur Armee eingezogen. 1946 besuchte er  als Offizier der US-Army Rendsburg. Hier erst erfuhr er vom Ende seiner Eltern. 1957 trat Kurt Magnus in die Luftwaffe ein. Stationiert war er in San Antonio, Texas. Dort starb er am 5. November 1963.

Frieda und Julius Magnus

Seit Dezember 1907 lebte der Textilkaufmann Julius Magnus, am 24. August 1871 in Uelzen geboren, in Rendsburg, wo er Frieda Nathan, geboren am 13. August 1872, aus alter Rendsburger Familie heiratete. Sie war die Inhaberin des Textilgeschäftes Nathan in der Rosenstraße, ihr Mann erhielt Prokura. Die kleine jüdische Gemeinde wählte ihn zum Vorsteher. Seit dem Boykott-Tag vom 1. April 1933 erlebte das Geschäft erhebliche Einbußen. Nach dem Novemberpogrom wurde es „liquidiert“. Im Juli 1942 erhielt das Ehepaar den Deportationsbefehl in das Ghettolager Theresienstadt bei Prag. In der Nacht zum Transporttag öffnete es den Gashahn. Frieda Magnus starb am 19. Juli 1942, ihr Mann zwei Tage später. Ihre Leichen wurden auf polizeiliche Anordnung in das Anatomische Institut der Kieler Universität transportiert. Ihre sterblichen Überreste konnten erst 1947 auf dem jüdischen Friedhof in Westerrönfeld bestattet werden.

Schiffbrückenplatz 15

Gersch (Hersch) Rusche

Der Uhrmacher Gersch Rusche stammte aus Wologda in Russland, wo er am 29. Juni 1895 geboren wurde. Der Erste Weltkrieg verschlug ihn als russischen Kriegsgefangenen nach Schleswig-Holstein. Nach seiner Entlassung fand er eine Stelle im Rendsburger Uhrengeschäft Flybu. Die nichtjüdische Inhaberin Louise Bartelmann machte Rusche zum Geschäftsführer. Damit galt das Geschäft seit 1933 als „jüdisch“, war Ziel von Angriffen im November 1938 und musste danach geschlossen werden. Am 19. Januar 1939 wurde Gersch Rusche verhaftet, in das KZ Sachsenhausen eingeliefert und von dort wenige Tage später nach Buchenwald verbracht. Vergeblich versuchte er, von hier aus ein Visum für eine Auswanderung zu erlangen. Im September 1942 wurde er zurück nach Sachsenhausen verschleppt.  Am 23. Mai 1943 wurde Gersch Rusche in Sachsenhausen ermordet.

Kronprinzenstr. 3

Else Blumann

Die Haushälterin und Kauffrau Else Blumann wurde am 26. Dezember 1892 in Tostedt in der Nordheide geboren. In Rendsburg  war sie zunächst im Haushalt beschäftigt. 1931 übernahm sie eine Großhandlung für Kurzwaren. Die lebenslustige Frau gehörte zu einem Kaffeekränzchen von Nachbarinnen und Freundinnen im Stadtteil Neuwerk. Nach der „Liquidierung“  ihres Geschäftes 1939 zog sie zu ihren Schwestern nach Hamburg. Am 18. November 1941 wurden die drei Schwestern  in das weißrussische Minsk deportiert. Von diesem Transport überlebten wahrscheinlich nur vier Menschen – die Schwestern Blumann waren nicht darunter. Ihre Todesdaten sind nicht überliefert.

Königstraße 14/Ecke Wrangelstraße 6

Dr. Adolf Meyer

Adolf Meyer wurde am 15. Juli 1883 in Rendsburg geboren. Er stammte aus einer schon einige Generationen in Rendsburg ansässigen Familie.  Der promovierte Naturwissenschaftler wurde zunächst Lehrer, zuletzt in Allenstein/Ostpr. 1929  folgte ein Medizinstudium in Kiel. Da er als Jude keine Aussicht auf die Approbation hatte, war er als „Heilkundiger“ und „Krankenbehandler“ tätig, zuletzt in Hamburg. Während seine Mutter und Geschwister nach Dänemark flohen, blieb er allein in Hamburg zurück. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Am 25. Oktober 1941 wurde er  in das Ghetto von  Lodz (Litzmannstadt) deportiert, wo er am 23. April 1942 umkam.

Dr. Henry Meyer gen. Gerald

Henry  Meyer, geboren in Rendsburg am 12. Juni 1899,  der sich ab etwa 1933 Henry Gerald nannte, war das jüngste Kind des Ehepaares Hermann und Rosa Meyer. Seit Mai 1916 diente er als Soldat. Nach dem Krieg befasste er sich mit Psychologie und  Homöopathie. In Rendsburg und  anderen Städten führte er eine umfangreiche und äußerst erfolgreiche Praxis als Heilpraktiker. Einen Namen machte er sich zudem als begabter Bühnenkünstler. Seit 1933 wurde er von den Nationalsozialisten drangsaliert und auch tätlich angegriffen. 1935 zog er nach Hamburg, wo er weiter mit Schutzhaft schikaniert wurde. Im November 1938 floh er nach Dänemark, seine Frau folgte später. Von hier aus gelang die Emigration in die USA. Nach anfänglichen Problemen etablierte er sich mit psychologischen Vorträgen und als „entertainer“. Am 14. Februar 1989 starb Henry Gerald in North Carolina.

Rosa Meyer und die Töchter Fanny und Irma

Rosa Meyer wurde am 26. September 1856  im dänischen Horsens geboren. 1882 heiratete sie den Rendsburger Tabakhändler Hermann Meyer. In Rendsburg wurden ihre sechs Kinder geboren, außer den Söhnen Adolf und Henry die Töchter Irma (1892) und Fanny (1896). Zwei weitere Töchter starben im Kindesalter (Helene) bzw. als Erwachsene an einer schweren Krankheit (Ida). Rosa Meyer (ihr Mann war 1927 gestorben), Irma und Fanny verließen Rendsburg im November 1935. Sie folgten Henry Gerald und seiner Frau nach Hamburg. Im Mai 1939 emigrierten sie nach Dänemark. Als ihnen im Oktober 1943 die Deportation drohte, waren sie unter den mehr als 7000 Juden, die von Dänemark aus nach Schweden gerettet wurden. Die 87-jährige Rosa Meyer erlag unmittelbar nach der Flucht am 13. Oktober 1943 den Strapazen. Irma und Fanny Meyer zogen nach dem Krieg wieder nach Kopenhagen. Fanny starb hier am 7. Januar 1954. für Irma ist kein Sterbedatum überliefert.

Schleifmühlenstraße 20

Regina und Harry (Isser) Kader

Regina Kader geb. Levy, Schneiderin aus dem früher preußischen Lonzyn (polnisch:  Łązyn), geboren am 15. Mai 1906, und der Kaufmann und Schneider Harry (Isser) Kader, am 8. Juli 1898 in Kalusz (heute Ukraine) geboren, waren 1928 aus Berlin nach Schleswig, dann nach Rendsburg gezogen. In der Schleifmühlenstraße betrieb das Paar ein Abzahlungsgeschäft für Heimtextilien und Bekleidung. Harry Kader war in Rendsburger Fußballkreisen als Trainer für den Verein „Eintracht“ eine bekannte Persönlichkeit.  Als Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit sollten Kaders am 29. Oktober 1938 nach Polen abgeschoben werden („Polenaktion“). Polen hatte jedoch bereits die Grenze geschlossen. Nach der Zwangsauflösung ihres Geschäftes planten sie ihre Auswanderung. Da die USA  als Ziel aufgegeben werden musste, ging das Ehepaar nach Brüssel. Am 18. August 1942 wurde es nach Auschwitz deportiert. Am 28. August wurde Regina Kader ermordet. Für Harry Kader ist kein Todesdatum überliefert.

Provianthausstraße 5

Mathilde und Jonas Seelenfreund

Der Textilkaufmann Jonas Seelenfreund, am 20. Januar 1899 in Uszew (früher Österreich-Ungarn, dann Polen) geboren und seine Frau Mathilde geb. Trieger aus Mährisch Ostrau, geboren am 10. Oktober 1900, führten seit 1928 in der Nienstadtstraße ein Abzahlungsgeschäft für Textilien. Ihre Kinder Heinz und Renate  kamen hier zur Welt. Nach 1933 musste das  Geschäft in der Innenstadt aufgegeben werden und wurde zuletzt in ihrer Wohnung in der Provianthausstraße geführt. Als polnische Staatsangehörige wurden sie Opfer der in Schleswig-Holstein missglückten „Polenaktion“  und organisierten danach umgehend die Auswanderung. Im August 1939 wurden ihre Ankunft in Brüssel offiziell registriert. Am 19. April 1943 wurde das Ehepaar  Seelenfreund nach Auschwitz deportiert. Jonas Seelenfreund kam am 21. August 1944  um. Mathilde Seelenfreunds Todesdatum ist nicht überliefert.

Renate und Heinz Seelenfreund

Am 6. Oktober 1932 und am 4. Dezember 1934 kamen Heinz und Renate in Rendsburg zur Welt. Als ihre Eltern in Brüssel verhaftet wurden, war Heinz zehn, Renate acht Jahre alt. Die deutschen Polizisten sagten den Kindern, dass man sie am nächsten Tag abholen werde. Das sollte ihnen offenbar die Flucht ermöglichen. Sie wurden in der Folgezeit von einer jüdischen Organisation in verschiedenen Heimen und zuletzt bei Bauern versteckt. 1948 ging das Geschwisterpaar nach Toronto, wo es  in Pflegefamilien aufgenommen wurde. Hier holten die beiden endlich die schulische und berufliche Ausbildung nach. Um den Neubeginn auch symbolisch zu markieren, änderten sie ihre Namen. Heinz nannte sich jetzt Henry Koren, seine Schwester Renée Trachter; seit ihrer Heirat heißt sie Renée Goldhar.

Prinzessinstraße 8

Rosa und Jakob Fordonski

Rosa Fordonski geb. Fränkel (Fraenkel) wurde am 30. August 1895 in Kolo, Woiwodschaft Kalisz (heute Großpolen) geboren. Jakob Fordonski kam nicht weit davon in Sompolno, Landkreis Kolo, am 18. März 1887 zur Welt. Nach dem Ersten Weltkrieg zog das Ehepaar nach Rendsburg. Die jüdische Gemeinde beschäftigte Jakob Fordonski als Synagogendiener. Durch Heimarbeit als Stricker verdiente es noch etwas dazu.
Nach der erfolglosen „Polenaktion“ kam das Ehepaar zunächst zurück, zog aber noch 1939 nach Lübeck in die St. Annenstraße. Am 23. Dezember 1939 wurde Jakob Fordonski verhaftet, in das KZ Buchenwald und Dachau verschleppt. Hier wurde er am 14. Mai 1941 ermordet. Rosa Fordonski wurde am 6. Dezember 1941 in das Lager Riga-Jungfernhof im besetzten Lettland deportiert und von dort nach Auschwitz. Ihr Todesdatum ist unbekannt.

Nobiskrüger Allee 18

Stefan Weinberger

Stefan Weinberger wurde am 13. April 1915 in Flensburg geboren und absolvierte in Rendsburg  die Christian-Timm-Schule. Nach dem Schulabschluss  begann er eine Klempnerlehre und wurde danach von der Firma Heinemann bis zum Tag seiner Deportation beschäftigt. Am 4. Dezember 1941 wurde Stefan Weinberger zu Hause abgeholt und über Kiel und Oldesloe nach Riga deportiert. Die Konzentrationslager Kaiserwald bei Riga und Stutthof bei Danzig gehörten zu den Stationen seines Leidensweges. Nach heutigem Erkenntnisstand starb er auf dem Todesmarsch durch Pommern am 28. Februar 1945 an Unterernährung und völliger Erschöpfung im Durchgangslager Rieben-Althammer,  zwei Wochen, bevor die Rote Armee das Lager befreite.

Gabriel Weinberger

Gabriel Weinberger wurde am 11. August 1912 in Kiel geboren. Nach der mittleren Reife absolvierte er eine Maurerlehre. 1933 schloss er eine Ausbildung als Bauingenieur an der Höheren Tiefbauschule in Rendsburg ab.  In Magdeburg fand er 1937 eine feste Stelle.
Am 26. Februar 1943 wurde Gabriel Weinberger nach Auschwitz deportiert. Trotz schwerer körperlicher Arbeit und Mangelernährung überstand er mit viel Glück diese Lagerjahre relativ gut. Erst durch die Verlegung im Januar 1945 in das völlig überfüllte KZ Buchenwald erkrankte er schwer und steckte sich mit TBC an. Nach der Befreiung und verschiedenen Klinikaufenthalten kehrte er 1947 nach Rendsburg zurück. Als sein Gesundheitszustand es zuließ, nahm er eine Stelle als Ingenieur bei der Hamburger Baubehörde an. Am 28. Februar 2005 starb er mit 92 Jahren, viele Jahre nach seiner norwegischen Frau Randi. Auf seinen Wunsch wurde er in Jerusalem beerdigt.

Irma und Wilhelm Weinberger

Irma Weinberger, geb. Vage, wurde am 25. August 1883 im ungarischen  Debrecen geboren. Ihr Mann Wilhelm Weinberger, geboren am 25. Oktober 1875, kam aus dem ungarischen Rév. Im Ersten Weltkrieg wurde er von Österreich-Ungarn mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Wilhelm Weinberger arbeitete nach dem Krieg als Klempner, dann als  Montagemeister. Im Juli 1942 wurde das Ehepaar von Rendsburg aus über Hamburg  in das Ghettolager Theresienstadt deportiert. Von dort wurde es im Mai 1944 nach Auschwitz verschleppt. Ihre Todesdaten sind unbekannt.

Moltkestraße 12 (ehemals Moltkestr. 6)

Dr. med. Ernst Karl Bamberger

Ernst Karl Bamberger wurde am 30. April 1885 in Frankfurt am Main geboren. Sein Medizinstudium schloss er 1909 in Heidelberg mit der Promotion ab. 1916 verbrachte er einige Monate beim Militär in Trier. In diesem Jahr wurde er von seiner ersten Frau geschieden. In Kiel lernte er seine zweite Frau  Cäcilie Steffens aus  großbäuerlichem Hause in Remmels kennen. Seit 1922 betrieb Dr. Bamberger eine äußerst angesehene chirurgische Privatklinik in Rendsburg bis zum Verlust der Approbation im September 1938. Während des Novemberpogroms entging er der Verhaftung in einem Versteck, das eine seiner Angestellten für ihn eingerichtet hatte. Das Ehepaar wurde gezwungen, Rendsburg zu verlassen. In Remmels nahm schließlich ein Vetter Frau Bambergers das Ehepaar auf. Hier nahm sich Ernst Bamberger am 6. Dezember 1941 das Leben.

Schleifmühlenstr. 10

Paula und Max Ring

Paula Ring geb. Russ  wurde am 21. Januar 1890 in Breslau geboren und wuchs in Ostrowo/ Posen auf. Max Ring stammte aus der polnischen Kleinstadt Blaszki, wo er am 3. Dezember 1893 geboren wurde. In Rendsburg eröffnete das Ehepaar eine Schneiderei mit Putzmacherei. 1921 wurde ihr Sohn Fritz geboren. Ihr letztes Geschäft befand sich in einer kleinen Wohnung in der Schleifmühlenstraße. Auch sie wurden Opfer der missglückten Abschiebung nach Polen und erlebten die Schließung ihres Betriebes. Nachdem alle Auswanderungspläne gescheitert waren, flohen sie nach Brüssel. Am 15. August 1942 wurden sie nach Auschwitz deportiert. Ihre Todesdaten sind nicht bekannt.

Fred (Fritz) Ring

Am 12. September 1921 wurde Fritz Ring in Rendsburg geboren. Nach Abschluss der Christian-Timm-Schule 1938 bemühte er sich vergeblich um eine Lehrstelle in Rendsburg. Seinen Eltern brachten ihn in Berlin unter, wo er eine Gewerbeschule der jüdischen Hilfsorganisation ORT besuchte. Anfang Dezember 1938 konnte er mit einem Kindertransport nach England ausreisen. Hier besuchte er ein Ausbildungscamp und wurde Mitglied der britischen Armee. 1947 emigrierte er nach Illinois in die USA, wo es ihm gelang, eine berufliche Existenz als  Elektrotechniker aufzubauen. Am 16. November 2015 starb er im Alter von 94 Jahren.

Hohe Straße 6

Walter Gortatowski

Der älteste Sohn von Johanna und Bernhard Gortatowski, die seit etwa 1900 in der Hohen Straße  ein Textilgeschäft führten, wurde am 4. November 1897 in Rendsburg geboren. Walter absolvierte nach dem Besuch des Realgymnasiums eine Kaufmannslehre  und nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. 1925 übernahm er die Leitung des Geschäfts. 1938 sah er sich gezwungen, das Geschäft zu verkaufen und Rendsburg zu verlassen. In Berlin musste er Zwangsarbeit bei der Reichsbahn leisten. Am 12. März 1941 wurde er unter ungeklärten Umständen von einer Lokomotive erfasst und getötet.

Herbert Gortatowski

Herbert Gortatowski wurde am 12. Januar 1905 in Rendsburg geboren. Nach dem Abitur und einigen Semestern an den Universitäten in Hamburg und Frankfurt, folgte er 1930 einem Freund nach Venezuela. 1937 wanderte er mit seiner Frau Frieda endgültig nach Lateinamerika aus. In Buenos Aires wurden ihre beiden Kinder geboren. Seine ausgezeichneten Spanischkenntnisse erleichterten Herbert Gortatowski den Neubeginn. Vergeblich bemühte er sich um die Auswanderung seiner Geschwister. Am 28. Oktober 1959 erlag er einer schweren Krankheit.

Wally Mahrt geb. Gortatowski

Wally Gortatowski wurde am 24. Juli 1910 in Rendsburg geboren. Über ihren Bruder Walter lernte sie ihren späteren Lebensretter und Ehemann, den Rendsburger Kommunisten Erich Mahrt kennen. 1938 zog auch sie nach Berlin, wo Erich Mahrt sie in einer Laubenkolonie versteckte, als sie deportiert werden sollte. 1949 wanderte das Ehepaar mit dem kleinen Sohn nach Argentinien aus, um als Rentner nach Rendsburg zurückzukehren. Hier nahm sich Wally Mahrt am 7. Oktober 1979 das Leben.

Prinzessinstraße 21

Ernst Friedrich Meggers

Der Arbeiter Ernst Friedrich Meggers wurde am 2. Februar 1883 in Pahlen in Dithmarschen geboren. Seit 1933 war er in Rendsburg gemeldet. Meggers engagierte sich früh politisch, zunächst in der SPD, dann in der Roten Hilfe und in der KPD. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten betätigte er sich weiter illegal als Politischer Leiter der Roten Hilfe. Im Februar 1937 wurde er wegen Hochverrat zu drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Im Januar 1940 wurde er in das KZ Sachsenhausen überstellt und im September desselben Jahres in das KZ Dachau. Hier starb er am 16. Januar 1942 an „Versagen von Herz und Kreislauf“.

Nobiskrüger Allee 37

Wilhelm Thode

Der Friseur Wilhelm Thode wurde am 16. August 1904 geboren (Geburtsort nicht bekannt). 1933 wurde er wegen seiner Homosexualität zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Im Dezember 1938 wurde er erneut von der Rendsburger Polizeibehörde verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrenverlust verurteilt. Nach seiner Haftzeit im  Bremer Zuchthaus ordnete die Rendsburger Kriminalpolizei am 22. Februar 1942 für ihn  „Schutzhaft“ an. Zwei Monate später verbrachte man ihn in das KZ Buchenwald, wo er am 25. Juli 1942 an „Lungentuberkulose“ starb.

Mühlenstraße 22

Werner Josephs

Der Arbeiter Werner Josephs wurde am 13. November 1923 geboren (Geburtsort nicht bekannt).
Er wurde Opfer der so genannten Aktion T4, der systematischen Ermordung von Menschen mit geistigen oder  körperlichen Behinderugen. Mindestens seit Oktober 1937 durchlief er mehrere psychiatrische Kliniken und „Heil-und Pflegeanstalten“. Am 7. Mai 1942 wurde er von der Klinik Schleswig-Stadtfeld in die Klink Schleswig-Hesterberg und kurz darauf zunächst in die psychiatrische Klinik Königslutter in Niedersachsen verlegt. Am 12. Juni 1941 erfolgte seine weitere Verlegung in die „Heil-und Pflegeanstalten“ Bernburg (Sachsen-Anhalt) und Hadamar in Hessen. In beiden zuletzt genannten Anstalten waren Gaskammern installiert. Am 30. Juni 1941 wurde Werner Josephs in Hadamar ermordet.

Oeverseestraße 29

Friedrich Boddum

Der Landarbeiter Friedrich Boddum wurde am 27. Oktober 1903 in Mögeltondern geboren. Seine letzte Rendsburger Adresse befand sich in der Oeverseestraße. Am 27. April 1940 wurde er als angeblicher „Berufsverbrecher“ im KZ Sachsenhausen in „Sicherungsverwahrung“ genommen. Von dort verschleppte die SS ihn im September weiter in das KZ Dachau. Am 15. Januar 1942 wurde er mit einem „Invalidentransport“ in die „Euthanasie-Anstalt“ Schloss Hartheim bei Linz gebracht. Nach dem Ende der Aktion T4 Ende August 1941 wurden hier nicht mehr arbeitsfähige KZ-Insassen in  der Gaskammer ermordet (Aktion 14f13). Friedrich Boddum gehörte zu diesen Opfern. Angeblich starb er am 25. Februar 1942 an „Versagen von Herz und Kreislauf bei Lungenentzündung“.

Am Altstädter Markt 16

Karl Jürgensen

Der Kraftfahrer Karl Jürgensen wurde am 7. März 1912 geboren (Geburtsort nicht bekannt). Im Rahmen der Euthanasieaktion wurde er zunächst in eine der psychiatrischen Kliniken in Schleswig eingewiesen und von dort am 18. Juli 1941 in die Klinik Königslutter verlegt. Am 11. August 1941 wurde er  in die „Heil-und Pflegeanstalt“ Bernburg verbracht, wo er noch an demselben Tag in der Gaskammer ermordet wurde.

Fockbeker Chaussee 54

Hermann Wiese

Der Tischler Hermann Wiese wurde am 8. Dezember 1880 in Hennstedt geboren. Er war Mitglied der Zeugen Jehovas, auch Bibelforscher genannt, die den Kriegsdienst ablehnten und deswegen von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. In einem Massenprozess wurde Wiese am 26. Februar 1937 verurteilt.  Ein Zeuge Jehovas hatte in Gestapohaft etliche „Brüder“ verraten, darunter auch Wiese. Am  28. August 1937 wurde Hermann Wiese in das KZ Sachsenhausen überstellt. Hier kam er am 31. März 1940 ums Leben. In dem Totenschein war „allgemeine Schwäche“ als Todesursache vermerkt.

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